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Montag 17. Juli 2017 Kempten => Hütten/Hotzenwald ca. 220 km

Montag 17. Juli 2017 Kempten => Hütten/Hotzenwald ca. 220 km

Von Kempten nach Hütten sind es lediglich rund 220 km, wenn man die Route über die Schwäbische Alb wählt. Der heutige Tag ist also bei den guten Bedingungen ein Spaziergang nach Hause. Die gute Thermik verleitet Gabi und mich schließlich noch bis in den Nordschwarzwald zu fliegen, während Thomas den direkten Heimweg wählt. Am Ende des Tages haben wir es auf gemütliche 340km bei einem Schnitt von 87km/h geschafft.

Rückblick:

Für den Wandersegelflug 2017 hatten wir uns Polen als Ziel ausgesucht. Wetterbedingt ging das leider nicht. Dennoch hatten wir viel spannende Erlebnisse, tolle Bekanntschaften und neue Plätze angeflogen. Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft in Ungarn ist unschlagbar!! Nur durch deren unkomplizierte Art uns zu helfen konnten alle technischen Probleme soweit gelöst werden, dass wir ohne Anhänger nach Hause fanden. Einen großen Anteil hat hierbei hatte meine Frau Gabi, die Ungarin ist und als Dolmetscher einen super Job gemacht hat!!

Bilanz nach 9 Etappen:

Flugzeit ca. 39 Stunden
Motorlaufzeit inklusive rollen am Boden 1 Std. 15 Min und somit ca. 3,25%.
Flugstrecke ca. 2600 km
ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 66,7km/h auf die Gesamtstrecke

Angeflogene Flugplätze

Start in  Hütten/Hotzenwald
1 Vilshofen
2 Szombathely
3 Martin
4 Eger Máklár
5 Békéscsaba
6 Pecs
7 Murska Sobota
8 Kempten
Abschlusslandung Hütten/Hotzenwald

Die Gesamtstrecke in der Übersicht.

Sonntag 16. Juli 2017 Murska Sobota => Kempten (Deutschland) ca. 520 km

Sonntag 16. Juli 2017 Murska Sobota => Kempten (Deutschland) ca. 520 km

Ein Rückseitenwetter wie es im Bilderbuch steht wartet heute auf uns. Die ersten Cumuli stehen bereits gegen 10 Uhr prall am Himmel. Im Osten der Alpen herrscht noch ein kräftiger Nord- bis Nordostwind, welcher Thomas etwas Sorgen bereitet. Ich freue mich aber auf diesen Wind, denn dieser ermöglicht uns nördlich den Karawanken zu fliegen und das fast ausschließlich mit Hangwind... ...und so war es dann auch bis Nötsch konnte der Hangwind gut genutzt werden. Dort trafen wir auf eine feuchte Luftmasse mit schlechter Thermik. Erst weiter Richtung Lienz verbesserte sich die Wetterlage deutlich. Thermik bis 3300mNN bei guten Steigwerten ließen einen Flugweg bis zum Brennerpass problemlos zu. Um auf die Nordseite des Inntals zu gelangen flogen wir weiter Richtung Innsbruck – ein tolles Erlebnis, denn wir durften nach Freigabe die TMA vom Brennerpass kommend zum Karwendel queren und das Mitten über dem Flughafen von Innsbruck. Die Koordination mit dem Controller klappte vorbildlich! Die Reststrecke bis Kempten war ein Spaziergang, zumal wir bereits bei der Zugspitze Endanflughöhe erreicht hatten. (ca. 60 km vor Kempten)

Startvorbereitungen in Sobota.D-KFOZ und D-KNOM bilden ein gutes Team!

Erst einmal Höhe gewinnen nach dem Abflug. Herrliche Rückseite im Osten Sloweniens. Hier ist das Gelände noch flach wie in Ungarn.

Eine Kirche auf dem Gipfel. Hier darf sich der Pfarrer nicht beschweren, wenn Sonntags um 10 Uhr nur wenige den Weg finden....

Zunehmend ausgebreitete Bewölkung im Klagenfurter Becken Richtung Nötsch.Der Hangwind ist besser als Thermik und ermöglicht ein gutes vorankommen.

Tolles Wetter zwischen Lienz und Brenner Pass. Basis bis 3300mNN, die Thermik allerdings durch den Nordwind oft zerrissen.

Wir queren das Inntal. Innsbruck unter uns.

Wie sind in Kempten angekommen. Schöner Blick über das Algäu und die Alpen.

Samstag 15. Juli 2017 Pecs => Murska Sobota (Slowenien) ca. 175km

Samstag 15. Juli 2017 Pecs => Murska Sobota (Slowenien) ca. 175km

Endlich hat das Warten ein Ende. Das Flugplatzpersonal begrüßt uns schon wie alte Freunde. Irgend was stimmt an diesem Tag jedoch nicht. Wir werden aufgeklärt: Es herrscht große Nervosität, denn heute kommt ein weiteres Flugzeug – eine Bombardier Challenger 600 hat sich angekündigt. Jeder huscht an seinen Platz, das Feuerwehrauto wird aufs Vorfeld gefahren und der Follow-Me Wagen in Position gebracht. Ein herrliches Schauspiel. Nun kommen auch wir mit unseren beiden Fliegern noch ins Spiel. Das Flugaufkommen fordert die Mannschaft ordentlich....

Nach wie vor haben wir heute eine Basis von nur 1200-1300 mNN bei mässigem Gegenwind bis 25km/h, zusätzliche Regenschauer und Abschirmungen führen dazu, dass das eigentliche Ziel Lesce Bled nicht erreicht werden kann. In Murska Sobota werden wir von Katarina, einer alten Bekannten herzlich empfangen. Sie hilft uns und organisiert Hallenplätze, sowie die Unterkunft direkt am Flugplatz. Das Hotel am Flugplatz ist wirklich zu empfehhlen.

Pecs eine Kleinstadt südlich des Plattensees.

Vorbei an Regenschauern in Richtung Slowenien ca. 60km vor Murska Sobota.

Zwischenziel erreicht: Flugplatz Sobota. Zwei grosse gepflegte Grasbahnen laden zur Landung ein.

 

 

Freitag 14. Juli 2017 Ein weiterer wetterbedingter Ruhetag in Pecs

Freitag 14. Juli 2017 Ein weiterer wetterbedingter Ruhetag in Pecs

Es ist verrückt. In Ungarn herrscht schönes hochsommerliches Wetter doch im Osten von Österreich leider nichts zu fliegen. Wir sitzen wieder einmal in Pecs fest – so wie im letzten Jahr auch. Das macht aber nichts, denn Thomas verbringt den Tag mit dem Lesen seines für Schlechtwetter vorbereiteten Kriminalroman und Gabi und ich gehen bummeln....

Beim Roten Pfeil sind wir - Pecs in Ungarn
Der ganze Alpenraum liegt auch unter fast geschlossener Wolkendecke. Da geht nichts!

In Polen wäre es auch nicht fliegbar gewesen. In Ungarn scheint wenigstens die Sonne!

Donnerstag 13. Juli 2017 Wetterbedingter Ruhetag in Pecs

Donnerstag 13. Juli 2017 Wetterbedingter Ruhetag in Pecs

Eine Kaltfront überquerte die Region in der Nacht. Starker Wind (Bodenwind gut 30km/h) und schwache Thermik lassen einen Weiterflug als nicht sinnvoll erscheinen. Wir bummeln als heute als Touristen durch die wunderbare ruhige Altstadt von Pecs – wirklich empfehlenswert!

Mittwoch, 12. Juli 2017 Reparaturtag in Pecs

Mittwoch, 12. Juli 2017 Reparaturtag in Pecs

Nach heftigen Regenfällen und Gewittern sind wir auf den heutigen Tag gespannt. 5-6/8 Cumuli bei leider kaum mehr als 1000m GND locken zum Weiterflug. Thomas startet zuerst. Ich habe gerade erst abgehoben und befinde mich im Querabflug meldet Thomas den Totalausfall seines Motors. Wir beide landen wieder ohne Probleme auf dem Flugplatz.

Dieser Tag wird uns mit der Fehlersuche beschäftigen. Für das Flugplatzpersonal so scheint es uns ist dies eine willkommene Abwechslung zum sonst eher ruhigen Betrieb hier. Gabi ist heute voll in ihrem Element als Dolmetscherin und organisiert auch kurioseste Werkzeuge und Hilfsmittel. Ein Mitarbeiter des Flugplatzes fährt uns schliesslich zum „Ersatzteilladen“. Pünktlich zum Feierabend des Flugplatzpersonals um 19 Uhr läuft Thomas´ Motor wieder einwandfrei.

Thomas ist entspannt.....

Alle wollen mithelfen...

Teile prüfen,... woran wird es liegen?????

Flügel raus und die Suche geht weiter... ... der Fehler wurde lokalisiert und behoben.

Dienstag, 11. Juli 2017 Békéscsaba => Pecs ca. 250 km

Dienstag, 11. Juli 2017 Békéscsaba => Pecs ca. 250 km

Bei einer guten Vorhersage und einer frühen Thermikentwicklung starten wir hoffnungsvoll Richtung Pecs Schon kurz nach dem Abflug verhilft und ein konstanter 5-Meter-Bart auf 2400mNN. Die Freude steigt so gut wie meine DG 500 M, doch schon merken wir, dass nur die Höhe uns alleine nicht weiter bringt. Der starke Gegenwind mit bis zu 35km/h macht Thomas und mir zu schaffen. Östlich Szeged sind wir beide tief und bei zerrissener Thermik benötigen wir viel Geduld und Ehrgeiz.... Von Szged bis Pecs erfolgt eine mühsame Hoppelei mit kurzfristigem Motoreinsatz. „Heute war kein schöner Tag zu Fliegen“ war Thomas´ Kommentar nach dem Flug.

Glücklicherweise bekommen wir hier in Pecs für beide Flugzeuge einen Hallenplatz, denn ein Gewitter nördlich des Platzes lässt nicht nur uns, auch die Ungaren nervös werden.

Thomas unterwegs mit seiner DG 800

Szeged ist eine Großstadt in Ungarn. Sie ist mit 162.593 Einwohnern die drittgrößte Stadt Ungarns und liegt an dessen Südgrenze nahe dem Dreiländereck mit Serbien und Rumänien an der Mündung des Flusses Mieresch in die Theiß.

Gewitter dieser Art sind kurz und kräftig... ...ein Hallenplatz ist dann ratsam!

"Ärztlich verordnete" Wassermelonen - die örtliche Rettungsflugwacht läd zur frischen Wassermelonen ein. Erfrischend bei über 30°C im Schatten.

 

 

Montag, 10. Juli 2017 Reparaturtag

Montag, 10. Juli 2017 Reparaturtag

Heute ist zum Glück Montag und wir sind in der Lage für Thomas Ersatzteile zu besorgen. Mit Hilfe eines ortskundigen ungarischen Segelfliegers werden wir in diverse Geschäfet und Baumärkte gefahren, um für Thomas die erforderlichen Kleinteile einzukaufen. Beim dritten Geschäft werden wir dann endlich fündig. Ein kleiner unscheinbarer Hinterhofbetrieb, der sich auf die Wartung und Reparatur von Hydraulik und Krananlagen spezialisiert hatte. Dieser hatte nicht nur die armdicken Stahlseile für Krananlagen, sondern auch zu meinem Erstaunen genau das erforderliche 1,5 mm Stahlseil und fertigt uns einen neuen Bowdenzug an.

Für die Reparatur wird uns am Flugplatz sogar ein Hallenplatz angeboten, sodass wir nicht in der prallen Sonne arbeiten müssen.

Über die Einladung zum Grillabend mit der ungarischen Gastgruppe, die ein Fluglager am Flugplatz durchführt freuen wir uns sehr und nehmen diese natürlich gerne an.

Reparaturen sind "beliebte" Zwischenbeschäftigungen bei schlechtem Wetter.... Thomas und Andris am werkeln.

Thomas strahlt, der Bowdenzug ist drin und funktioniert.

Hier wird Mais auf ungarische traditionelle Art gekocht. Das schmeckt prima!

Ein langer Grillabend mit Steaks, Meis, Paprika und reichlich gutem ungarischen Wein.

 

 

Sonntag, 9. Juli 2017 Eger Maklár (Ungarn) => Békéscsaba ca 170 km

Sonntag, 9. Juli 2017 Eger Maklár (Ungarn) => Békéscsaba ca 170 km

Das Wetter zwing erneut zur taktischen Verlagerung in den Südosten Ungarns. Im Norden ist auch hier mit zunehmend schlechteren Segelflugbedingungen zu rechnen. Wir nehmen heute das Ziel Békéscsaba in angriff. Gabi meint, dass die Stadt Gyula wenige Kilometer südlich des Flugplatzes gut geeignet ist ein paar Tage zu warten... =:o) oder besser =:0( wie man´s sieht.....

Durch die grosse Hitze in Ungarn (37°C) lässt die Thermikbildung auf sich warten. Der Start erfolgte heute erst gegen 14:30 Uhr bei 1/8 Cumuli. Steigwerte von etwa 2 m/s machen den kurzen Flug zum Spaziergang und wir geniessen die flache Landschaft, welche unabhängig von der Flugrichtung immer gleich aussieht – die Ungarische Puszta eben.

Thomas meldet erneut ein Motorprobblem. Er kann den Motor nicht ganz einfahren und hat wohl eine etwas verminderte Gleitzahl, welche er aber durch seine immense Flugerfahrung nicht ausgleichen kann. Er nimmt´s sportlich und freut sich in das Zeitalter der Holzflugzeuge versetzt zu sein. Ursache für das Problem: Automatische Propellerbremse funktionierte nicht und bei der manuellen Bremse riss der Bowdenzug.

Den Funkverkehr macht Gabi routiniert natürlich in Landessprache. 1400m Asphaltbahn liegen nun vor mir oder alternativ eine hoppelige Grasbahn. Wir entscheiden und dieses Mal für das „Flugzeugschonprogramm“ und wählen unsportlich die Asphaltbahn.

Ungarische Fliegerkameraden zeigen erneut vollen Einsatz und bringen und zum Hotel. Für Morgen ist dann Reparaturtag geplant.

Hilfsbereit und äusserst gastfreundlich. Wir fühlen und rundum wohl in Ungarn.

Tisza-tó ein Naturschutzgebiet in der Puszta. Auch am Boden sehr schön....

Puszta soweit das Auge reicht. Zum Glück gibt es ein GPS, denn klare Auffanglinien sind hier schwer auszumachen.

Samstag, 8. Juli 2017 Martin (Slowakei) => Eger Maklár (Ungarn) ca. 200 km

Samstag, 8. Juli 2017 Martin (Slowakei) => Eger Maklár (Ungarn) ca. 200 km

Um 7 Uhr herrscht Stille und dichter Nebel mit Sichtweite unter 100 Meter. Trotzdem der Laptop wird eingeschaltet und innert weniger Minuten wird klar: Der Nebel ist lokal im Talbecken und wir sich hoffentlich bald auflösen. Nach ausgiebiger Wetterberatung mit Thomas kommen wir erneut zum Schluss, dass wir den Plan nach Polen zu fliegen aufgeben müssen. Für die nächsten Tage ist die Vorhersage derart schlecht und wir entscheiden nach Süden in Gabi´s Heimat Ungarn zu fliegen. Ein früher Start kurz vor 12 Uhr garantiert ein gutes Wegkommen ohne die vorhergesagten Regenschauer und Gewitter.

 

Die Freude wird aber kurz nach dem Start ein wenig getrübt, als Thomas Probleme mit seiner Motorsteuerung meldet. Eine verfrühte Landung bereits in Nitra wird per Funk diskutiert. Dadurch, dass das Wetter im Süden jedoch sehr gut wurde, wurde der Flug bis zum ausgemachten Zielflugplatz Maklár fortgesetzt. Maklár ist im Nordosten Ungarns, südlich der Stadt Eger.

 

Ein ganz herzlicher Empfang in Maklár macht die sehr frühe Landung bei besten Segelflugbedingungen um 15 Uhr nachmittags wieder wett, aber die Fehlersuche an Thomas´ Motorsystem sollte noch bis in die Abendstunden dauern.....

 

Die Einladung zum Abendessen auf dem Flugplatz bei den Ungarischen Fliegerkameraden rundete den schönen Abend ab. Diese waren übrigens derart begeistert, dass auf der Facebook-Seite des Vereins kaum eine halbe Stunde nach der Landung bereits berichtet wurde.

 

https://www.facebook.com/search/top/?q=egri%20rep%C3%BCl%C5%91klub%20mak...

Wir sind am Zielflugplatz Maklár.

 

Ratlose Gesichter bei Andris und Thomas: Motorprobleme bei Thomas geben zu denken.....

Eine kleine ungarische Winde, wohl kaum für meine schwere DG 500 M geeignet.

 

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